Hier zeige ich euch kurz und übersichtlich, wie ihr die Türschlösser wieder zum Leben erweckt.
Zuerst müssen die Griffe ab. Danach müssen die Schließzylinder aus den Griffen entfernt werden. Das ist bei den Vordertüren (Fahrer und Beifahrer sind identisch) und bei der Schiebetür etwas anders, danach ist alles gleich. Der Arbeitsplatz sollte sauber und eben sein und über einen Stuhl verfügen. Auch der Boden sollte sauber sein! Es fällt bestimmt mal was runter (Federchen oder Schließplättchen), was dann gesucht werden muss. 
I) Türgriff- und Schließzylinderausbau vorn:
1.) Türdichtungsgummi im Bereich des Türgriffs abheben und die darunter liegende Schraube -hier rot umrandet- herausdrehen. Auf die Unterlegscheibe achten; manchmal fehlt sie auch schon. Die Fotos stammen von der Beifahrerseite.

2.) Türgriff unter Umständen leicht nach vorn (Fahrtrichtung) drücken und dann nach außen abziehen. Man zieht am besten hinten im Bereich des Schlosses, denn vorne greift der Griff hinter das Türblech.

3.) Nun muss man eventuell etwas putzen, um an dem Aluminiumteil mit den beiden Zapfen den Spannstift -hier ist das Loch rot umrandet- zu entdecken. Dieser hat einen Durchmesser von ca. 0,5 bis 1 mm und ist recht tückisch. Man schleift sich am besten einen alten Durchschlag auf den benötigten Durchmesser runter.
Es ginge evtl. auch mit einem abgestumpften Nagel der richtigen Größe. Der Spannstift besteht aus einer Blechrolle und hat somit ein kleines Loch in der Mitte. Wenn der Durchschlag (oder Nagel, oder was man auch immer im Endeffekt nutzt) zu dünn oder spitz ist, treibt man nur den Durchschlag in die Stift-Rolle und drückt diese auch noch zusätzlich auseinander. Es ist auch so schon schwer genug, den Stift raus zu bekommen.

Jetzt sollte man den Schlüssel in das Schloss stecken, da sonst gleich die Schließplättchen aus dem Zylinder raus springen (diese müssen an der richtigen Stelle stecken, damit der Schlüssel passt). Anschließend kann man das Aluminiumteil vom Schließzylinder abziehen. Auf die kleine runde Feder darunter achten! Diese lässt den Schlüssel immer wieder in die Mittelposition zurück federn und muss später wieder genau so montiert werden. Der Vierkantzapfen, der jetzt sichtbar ist, ist Teil des Schließzylinders.
Nun kann man den Schließzylinder mit dem gesteckten Schlüssel nach vorne raus drücken.
4.) Wenn man möchte, kann man auch den Türöffnungshebel entfernen, um seine Lagerung zu putzen und/oder zu fetten. Hierzu die -rot markierte- Kreuzschlitzschraube lösen, das Metallplättchen darunter abheben und den Öffner nach oben herausziehen. Auf der Achse, auf der sich der Öffner dreht, steckt auch eine Ringfeder, diese ist sehr oft gebrochen und wird nur als Unterstützung der Feder im großen Türriegelkasten in der Tür benötigt. Wenn man (oder ein Freund) Ersatz da hat, sollte man sie ersetzen. Unbedingt nötig ist sie für die Funktion aber nicht.

II) Türgriff- und Schließzylinderausbau Schiebetür:
1.) Die Seitenverkleidung der Schiebetür muss entfernt werden. Hierzu empfiehlt es sich, den inneren Schiebetürgriff auch abzuschrauben.
2.) Die Schraube für den äußeren Schiebetürgriff ist hier, wie könnte es anders sein - rot umrandet. Ist diese abgeschraubt, so lässt sich der Griff einfach nach außen abziehen.

3.) Jetzt wird es hier spannend und verzwickt. Warum sollte es uns hier auch leichter gemacht werden als vorne? Der Schließzylinder ist mit einer Madenschraube (kleiner Schlitzschraubendreher) gesichert. Diese ist bis zum Rand mit Sicherungslack "eingesaut". Sicherungslack ist auch bei der späteren Montage sehr wichtig, da sich der Schließzylinder nicht dreht, wenn man die Madenschraube konventionell fest anzieht!
Daher erscheint die Schraube auch nur als Tropfen (bei mir blauen) Sicherungslackes an der Unterseite des Türgriffs. Wenn man den Lack aus der Bohrung kratzt, wird die Schlitz-Madenschraube sichtbar. Ich habe meinen kleinen Schraubendreher zwei mal abgebrochen, aber ihr dürft gern versuchen, die Schraube da raus zu drehen. Manchmal klappt es.
Mir blieb nur Rausbohren übrig. Dies empfiehlt sich mit einem Bohrer des Durchmessers 2 mm. Die Reste der Schraube kann man danach raus kratzen.
Hier ist die neue Schraube mit Sicherungslack zu sehen.
Nach dem Ausbau des Schließzylinders habe ich die Bohrung auf 3,2 mm aufgebohrt, M4-Gewinde geschnitten und eine neue Madenschraube angefertigt (die kann man aber auch kaufen
). Achtet darauf, dass die Schraube unten spitz zuläuft und nicht (wie normale Maschinenschrauben) plan ist, da nur die Spitze in den Schlitz im Schließzylinder hineinragt. Beim Eindrehen der neuen Schraube ist darauf zu achten, dass sich der Zylinder mit dem Türschlüssel drehen lässt, aber man ihn nicht nach vorn raus ziehen kann. In dieser Stellung ist die Madenschraube dann mit Sicherungslack zu sichern!
Hat man die Schraube draußen, so muss wieder der Türschlüssel ins Schloss gesteckt werden. Jetzt kann man vorsichtig den Schließzylinder nach vorn aus dem Türgriff ziehen. Der Riegel, der die Tür auf und zu "schließt" ist aus Alu und steckt im Gehäuse des Schließzylinders. Dieser fällt nun raus, aber er passt auch nur in einer Position in das Gehäuse (an die Rundung angepasst und mit der Nut in Richtung des Türschlüssels).
Des Weiteren steckt wieder eine kleine Ringfeder im Gehäuse, welche im Grunde da bleiben kann, wo sie ist. Bei der Montage muss der Schließzylinder durch sie hindurch gesteckt werden.
III) Schließzylinder überholen:
Jetzt wird's schmutzig! Die Teile sind 20 oder mehr Jahre alt und Alu neigt dazu, sich beim Oxidieren auszudehnen.
1.) Der Schließzylinder ist aus Alu, die Schließplättchen sind aus Messing. Aluminiumoxid und Schmutz sorgen dafür, dass die Plättchen eingeklemmt werden. Wenn sie sehr fest sitzen empfiehlt es sich, den Zylinder in einen Schraubstock zu spannen und mit einem kleinen (nicht zu kleinen) Hammer und z.B. einem stabilen Nagel oder kleinen Schlitzschraubendreher die Plättchen aus dem Zylinder zu klopfen. Hat man Glück, braucht man nur kräftig zu drücken.
Die Plättchen stecken in unterschiedlichen Richtungen im Zylinder (1. und 3. nach links; 2. und 4. bis 7. nach rechts). Man muss die Plättchen zu der Seite raus klopfen, an der der Schlitz im Zylinder größer/länger ist!!! Hinter den Plättchen stecken kleine Federn im Zylinder, die man vorsichtig mit einer Stecknadel raus ziehen sollte. Vorsicht, dass sie sich nicht zu sehr strecken! Lieber das ganze etwas länger im Reinigungsbad lassen.
Ich habe mir angewöhnt, die Plättchen in der Lage und Reihenfolge sauber ab zu legen, wie ich sie ausgebaut habe, das erleichtert die Montage.
Plättchen 1 liegt ganz links, Plättchen 7 ganz rechts.
2.) Apropos Reinigungsbad: Vor der Montage muss man den Dreck aus dem, nun leeren, Schließzylinder bekommen. Hierzu empfiehlt sich "Brax-New Ultimate Cleaning Power" Kraftreiniger vom Plus-Supermarkt. Handschuhe tragen, das Zeug ist scharf! Ich habe immer etwas davon in einen alten Aschenbecher gesprüht und den Zylinder ein paar Minuten einweichen lassen. Anschließend kann man den mit einer ausgedienten Zahnbürste abschrubben. Brax löst auch das Aluminium an, nach 15 oder mehr Minuten fängt das Teufelszeug an, Löcher zu fressen.
3.) Die Plättchen sind auch verdreckt. Sie lassen sich gut mit 240er Sandpapier aufarbeiten. Man schleift die beiden großen Flächen und die schmalen, langen Seiten so lange vorsichtig ab, bis die Plättchen sauber und leichtgängig in den gesäuberten Zylinder flutschen. Hierzu legt man das Sandpapier auf den Tisch und reibt die Plättchen mit dem Finger drüber.
Bild des Plättchens vorher:

Und nachher:

4.) Nun kann man den alten kleinen Federn noch etwas mehr Vorspannung geben (leicht strecken) und alles wieder zusammen stecken. Das sollte dann ziemlich genau so aussehen:


Wenn alle Plättchen an der richtigen Stelle sitzen und der Schlüssel gesteckt ist, sieht das ganze dann so aus:

5.) Fertig! Aber erst, wenn der "neue" Schließzylinder wieder richtig im Griff steckt, mittels Sicherungssplint (Vordertüren) bzw. Madenschraube (Schiebetür) gesichert ist, und der Griff wieder an der Tür angeschraubt ist.